In kleinen Betrieben fällt eine offene Stelle selten in einen ruhigen Moment. Sie fällt in den Umzug, in die Hochsaison, in die Woche, in der ohnehin alles gleichzeitig passiert. Dann soll schnell jemand gefunden werden, und meistens wird dafür eine Anzeige geschaltet, die den Betrieb beschreibt, ohne ihn zu zeigen.
Dabei hat gerade ein inhabergeführter Betrieb etwas, das kein Konzern bieten kann: einen Menschen, der für das Unternehmen steht. Wer sich bewirbt, bewirbt sich bei ihm. Wer ihn vorher sieht, bei der Arbeit und in seinem Betrieb, weiß ungefähr, worauf er sich einlässt.
Mitten im Umzug
Stefan Schinharl plant mit rund 15 Leuten und eigener Schlosserei Heizkamine und offene Feuerstellen in Einzelanfertigung, oft gemeinsam mit Architekten im Raum München. Seine Aufträge kamen, wie er selbst sagt, „mit sehr wenig Marketing“, meist über Empfehlungen und Netzwerk. Professionelle Bilder des eigenen Betriebs gab es nicht. Und mitten im Umzug von Dingolfing nach Landshut fehlte eine Büroleitung.
Das Recruiting kam deshalb zuerst, vor allem anderen. Auf Meta liefen Stellenanzeigen mit dem Inhaber am Kamin, dahinter ein eigener Bewerberfunnel für die Büroleitung und einer für die Assistenz der Geschäftsführung. Ein eigener Weg je Stelle heißt, dass jede Anzeige genau eine Person anspricht und ihr genau die Fragen stellt, die für diese Stelle zählen.
Auf die Büroleitung bewarben sich in sieben Wochen 70 Menschen.
Ein Shooting, viele Kanäle
Was beim Recruiting beginnt, endet selten dort. Nach den Stellenanzeigen entstanden Fotos und ein Video im neuen Showroom in Landshut. Aus diesem einen Material wurden später Social Media, Magazin- und Werbeanzeigen und die neue Website.
Der Gedanke dahinter ist derselbe wie bei der Stellenanzeige. Stefan Schinharl verkauft über die Handskizze. Also zeigt der Auftritt den Inhaber am Zeichentisch, die Planung am Bildschirm und das Feuer im eigenen Showroom. Gebaute Projekte und der Mensch, der sie entwirft, stehen dort, wo in der Branche sonst Herstellerfotos stehen.
Wir denken wie der Architekt.
Der Satz funktioniert in beide Richtungen. Kunden lesen ihn als Versprechen für ihre Planung. Bewerberinnen lesen ihn als Beschreibung dessen, wie in diesem Betrieb gearbeitet wird.
Mitarbeiter und Kunden aus derselben Quelle
Aus dem Recruiting ist so das Marketing des ganzen Betriebs geworden: Website, Werbeanzeigen rund um Landshut, Print und Social Media erzählen dieselbe Geschichte. Der Betrieb, der vorher fast nur über Empfehlungen gewachsen ist, gewinnt Mitarbeiter und Kunden heute über denselben Auftritt. Und er wird so aufgestellt, dass er auch in der nächsten Generation trägt.
Das ist der eigentliche Gewinn einer Stelle, die im falschen Moment frei wird. Sie zwingt dazu, den Betrieb sichtbar zu machen. Wenn du gerade eine Stelle besetzen musst, fang mit dem Gesicht an, das ohnehin für deinen Betrieb steht.










